VOLLEYBALL-SPEZIFISCHER TEIL

 

(IST-Analyse, Ziele, Jahresplanung)

 

 

Wilfried Trinkl

 

Volleyball-Lehrwartekurs 2000

 

 

1.)        Ein Team trainieren / betreuen / organisieren. 2

2.)            Trainingsplan für das Team... 2

2.1.)                IST-Zustand  2

2.1.1.)                Halle, Trainingszeiten  2

2.1.2.)                SpielerInnen  4

2.2.)                Möglichkeiten  6

2.3.)                Ziel 6

2.4.)                Plan 2000/2001. 6

3.)            Trainingseinheiten. 7

3.1.)                Allgemeine Vorbereitung  7

3.2.)                Spezielle Vorbereitung  7

3.3.)                Wettkampf 8

4.)            Erwartungen  9

4.1.)                LV   9

4.2.)                ÖVV   10

5.)        21 Punkte die am Lehrwartekurs auffielen. 10

 

 


1.)                     Ein Team trainieren / betreuen / organisieren

Es gibt hunderte von Wiener Hobby-Volleyballspielern, die ein bis zwei mal in der Woche ihrem Hobby Volleyball nachgehen. Eine besonders gesellige Form ist dabei das Mixed-Volleyball, das in Wien in einer eigenen Meisterschaft (Wiener Freizeit Volleyball Mixed http://www.wien.volleymix.at) organisiert ist, bei der ab Herbst wieder 72 Teams teilnehmen. Für eines dieser Teams bin ich (Wilfried Trinkl) verantwortlich in Hinsicht Organisation und Training in der vorjährigen Saison (1999/2000) unter „Wikinger“ angetreten, wird das Team in dieser Saison (2000/2001) unter dem Namen „Olsen Family“ antreten. Vom Leistungsniveau her sind wir in der Meisterschaft insgesamt 27 von 70 Teams geworden. Das Niveau in dieser Leistungsklasse ist auf Fortgeschritten einzustufen. Kombinationen werden sehr selten gespielt, die Schläge gehen nach unten auf ca.5 bis 9 Meter. Die Aufspielgenauigkeit ist adäquat und mit ca.70 % zu bewerten, Baggern stellt im allgemeinen kein Problem dar, und Servicefehler liegen im Bereich von bis zu 20 %. Die taktischen Varianten und Aufstellungen basieren zumeist auf einem 4-2 System. (Typisches Hobby-Mixed-Volleyball)

2.)                     Trainingsplan für das Team

2.1.)     IST-Zustand

2.1.1.)     Halle, Trainingszeiten

Es gibt einen wöchentlichen Trainingstermin, Freitags 19-21 Uhr. Effektiv bleibt als Trainings- und Spielzeit nur die Zeit von 19-20:45 Uhr. Zu diesen Trainingszeiten finden teilweise auch die Spiele der Mixedmeisterschaft statt (insgesamt 6 pro Jahr). Der Zugang zur Halle ist zur Schulzeit gewährleistet – d.h. Beginn der Hallenverfügbarkeit ist Anfang September, Ende ist Ende Juni. Ca. einmal pro Monat wird ein Match in der Halle ausgetragen. In den Ferien und an Feiertagen findet kein Training statt.

Primär geht es um den Spass am Volleyball und das gesellige Beisammensein (auch nach dem Training). Derzeit sind Trainings eher sporadisch durchgeführt worden (maxmimal 1 mal pro Monat) und haben sich nur auf den technischen Teil konzentriert.

Im Sommer (Mitte/Ende Mai bis Ende September) findet ein Spiel auf einem Rasenplatz statt. Da geht es dann vor allem um eine „Bewegungstherapie“ während der Sommermonate in der Ferienzeit, an der auch Freunde, Bekannte und Spieler aus anderen Teams teilnehmen – daher ist bei diesem Termin kein Training gewünscht.

2.1.2.)     SpielerInnen

Die Spielerinnen sind von ihrem Leistungsniveau unterschiedlich anzusetzen – von den reinen Hobbyspielern, die einmal pro Woche maximal spielen, bis zu Landesligaspielern, die auch ausserhalb noch zusätzlich Zeit ins Volleyball investieren. Ein Teil ist an einer Leistungsverbesserung interessiert, ein Teil will sich lieber nur auf das Spielen konzentrieren, und nicht die karge Volleyballzeit mit Training „vertrödeln“.

 

Damen:

[AUS   DATENSCHUTZGRÜNDEN ENTFERNT]

Herren:  

[AUS   DATENSCHUTZGRÜNDEN ENTFERNT]

Wilfried Trinkl

Anmerkungen: regelmässig anwesend, spielt noch bei einem anderen Team + USI-F3 + Wiener Landesliga. Freund von Claudia Sch.

Stärken: Baggern, Pritschen, Annahme, Angriff, Service, Antizipation

Schwächen: Block, verspielt

To-Do: Block, schnelle Angriffe

 

2.2.)     Möglichkeiten

Die Halle ist mit vielen Turngeräten ausgestattet: 2 Kästen, 1 Barren, viele Matten, mehrere Reifen, Hürden, eine Weichmatte und Ständer (als Torstangen oder Halterungen geeignet. Es sind 8 Langbänke in der Halle vorhanden. Es gibt keine Taue und Ringe, Sprossenwände an einer Längswand sind vorhanden dazu noch 4 Basketballkörbe.

Es gibt 6 Volleybälle, die für Übungen und zum Einspielen geeignet sind. Das Volleyballfeld selbst hat einen Meter rundherum frei, dann kommen bereits die Hallenwände. Das Netz kann auf eine beliebige Höhe eingestellt werden. Antennen sind nicht vorhanden. Die Halle ist ca. 6 Meter hoch.

2.3.)     Ziel

Es sind für jedes Teammitglied persönliche Ziele zu setzen. Es geht dabei vor allem um die persönliche Verbesserung in technischer Hinsicht – beinahe keines der angeführten Teammitglieder hat bisher die Grundtechniken richtig gelernt.

Mannschaftlich gesehen ist vor allem eine Verbesserung in taktischer Sicht, durch die genaue Festlegung der Positionen in Angriff und Verteidigung, möglich.

Viele Teammitglieder sind sich unsicher, wo sie ihre Position beziehen sollen.

In diesem Punkt besteht sicher noch das grösste (derzeit ungenutzte) Verbesserungspotential.

Und: weiterhin Spass am Trainieren&Spielen haben!

2.4.)     Plan 2000/2001

September                (Allgemeine & )Spezielle Vorbereitung

Oktober                      2 Spiele

November                  2 Spiele

Dezember                 2 Spiele

                                    4 Wochen Wettkampfpause (2 Wochen Trainings-Pause)

Jänner                        1 Spiel

Februar                      1 Spiel

März                           2 Spiele

April                            2 Spiele

Mai                             Abschlussturnier!!!

                                    4 Wochen Wettkampfpause

Juni                             2 Freiluft-Turniere

Juli                              1 Freiluft-Turnier (reduziertes Training) - Übergangsphase

August                        1 Freiluft-Turnier (reduziertes Training) – Allgemeine-Vorbereitung

3.)                     Trainingseinheiten

Im Allgemeinen kann dieses Trainingsprogramm nur in technischer, taktischer und mannschaftlicher Hinsicht kleine Verbesserungen erreichen – es geht um die Beseitigung der gröbsten technischen Schwächen. Um einen grösseren Erfolg zu erzielen, muss jeder Spieler ein Zusatzprogramm absolvieren, das im Wochenzyklus in etwa so aussieht:

Mo                  frei

Di                    Krafttraining 60 min

Mi                    Regenerativer Lauf 30 min.

Do                   frei

Fr                    gemeinsames Training – siehe Punkte 3.1.) bis 3.3.) 105 min

Sa                   frei

So                   persönliches Alternativprogramm (sportlicher Natur) x min

3.1.)     Allgemeine Vorbereitung

Aufgrund der kurzen Vorbereitungsphase ist die Entwicklung der Ausdauer- und Kraftkomponenten dem jeweiligen Spieler überlassen. (Ausgleichssportarten, wie Schwimmen, Bergsteigen, Radfahren, Inlineskaten,...)

Insgesamt jeweils 25 Minuten Aufwärm- und Abwärmzeit

  8.September            Technik-Unteres Zuspiel (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

15.September            Technik-Oberes Zuspiel (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

22.September            Technik-Service (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

29.September            Technik-Schlag (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

3.2.)     Spezielle Vorbereitung

  6.Oktober                Taktik&Positionen (Verteidigung) 60 min; Spiel 25 min

13.Oktober                Taktik&Positionen (Angriff) 60 min; Spiel 25 min

20.Oktober                1.Spiel (2.Spiel zwischen 13. und 27.Oktober auswärts)

27.Oktober                Taktik&Positionen (Kombiniert) 60 min; Spiel 25 min

3.3.)     Wettkampf

  3.November            Technik-Block (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

10.November            Technik-Aufspiel (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

17.November            3.Spiel (4.Spiel zwischen 1. und 30.November auswärts)

24.November            Reaktion, Schnelligkeit, Antizipation je 20 min ; Spiel 25 min

  1.Dezember            5.Spiel (6.Spiel zwischen 1. und 22.Dezember auswärts)

  8.Dezember            Trainingsfrei (Feiertag)

15.Dezember            Aufspiel, Schupfer, Auge/Handkoordination 60 min ; Spiel 25 min

22.Dezember            Taktik&Positionen (Kombinierte Spiele) 60 min; Spiel 25 min

29.Dezember            Trainingsfrei (Schulferien)

  5.Jänner                   Trainingsfrei (Schulferien)

12.Jänner                  Service & Annahme 30 min; Angriff & Block 30 min; Spiel 25 min

19.Jänner                  1.Spiel (2.Spiel zwischen 12. und 31.Jänner auswärts)

26.Jänner                  Kraft (Bauch/Rücken/Schultern/Sprünge) 60 min; Spiel 25 min

  2.Februar                 Taktik&Positionen (Kombiniert) 60 min; Spiel 25 min

  9.Februar                 Trainingsfrei (Schulferien)

16.Februar                3.Spiel (4.Spiel zwischen 12. und 28.Februar auswärts)

23.Februar                Reaktion, Schnelligkeit, Antizipation je 20 min ; Spiel 25 min

  2.März                      Taktik&Positionen (Kombiniert) 30 min; Angriff 30 min; Spiel 25 min

  9.März                      5.Spiel (6.Spiel zwischen 1.März und 6.April auswärts)

16.März                      Service & Annahme 30 min; Angriff & Block 30 min; Spiel 25 min

23.März                      Aufspiel, Schupfer, Auge/Handkoordination 60 min ; Spiel 25 min

30.März                      Taktik&Positionen (Kombiniert) 30 min; Angriff 30 min; Spiel 25 min

  6.April                      Kraft (Bauch/Rücken/Schultern/Sprünge) 60 min; Spiel 25 min

13.April                      Trainingsfrei (Ostern)

20.April                      Service & Annahme 30 min; Angriff & Block 30 min; Spiel 25 min

27.April                      Reaktion, Schnelligkeit, Antizipation je 20 min ; Spiel 25 min

  4.Mai                        Taktik&Positionen (Kombiniert) 60 min; Spiel 25 min

            FINALTURNIER

11.Mai                        Technik-Unteres Zuspiel (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

18.Mai                        Technik-Oberes Zuspiel (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

25.Mai                        Technik-Aufspiel (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

  1.Juni                       Technik-Service (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

  8.Juni                       Technik-Schlag (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

15.Juni                       Technik-Block (Methodische Reihe) 60 min; Spiel 25 min

22.Juni                       Taktik&Positionen (Verteidigung) 60 min; Spiel 25 min

29.Juni                       Taktik&Positionen (Angriff) 60 min; Spiel 25 min

Juli + August              2 mal pro Woche gemeinsames Training ((Schnell)Kraft, Ausdauer)

(Spiel auf Rasenplatz mit eventuellem volleyball-technischen Teil)

4.)                     Erwartungen

4.1.)     LV

Meine persönlichen Erwartungen an den WVV liegen in der Organisation von Meisterschaften im Landesverband und setzen von Breitensportaktivitäten. Der Breitensport ist unter ferner liefen – es scheint kein Interesse zu bestehen, den Volleyballsport wirklich in die Breite zu tragen. Einzig das Beachvolleyball scheint derzeit die Massen anzuziehen – die Beachvolleyballplätze tragen dem Trend Rechnung.

Der Wiener Landesverband erscheint mir zu passiv – es gibt keine Aktionen des Verbandes, und die Nachwuchsarbeit wird scheinbar den Vereinen überlassen, der Verband selber setzt dahingehend keine Aktivitäten nach dem Motto jeder kocht sein eigenes Süppchen. Von der Organisationsform erscheint es mir unvereinbar, dass Funktionäre von diversen Vereinen die Organisation und Entscheidungsgewalt im Verband über haben – da kommt es zwangsläufig zu Interessenskonflikten. Eine professionellere Führung in der Form eines unabhängigen Geschäftsführers bzw. geschäftsführenden Präsidenten könnte dem Abhilfe verschaffen. Bei genügend Engagement und mit ausreichenden Kompetenzen und Entscheidungsgewalt könnte der Präsident dem Volleyballsport zu mehr Popularität und Anerkennung verhelfen.

Zum Beispiel in der Wiener Liga der Herren gibt es immer weniger Teams, und die vorhandenen Teams sind grossteils um die 30 Jahre alt – da ist die Zukunft eher traurig anzusehen. Viele Leute sind nicht mehr bereit einen Grossteil des Wochenendes zu opfern, und hören (auch aufgrund des Alters) mit der Meisterschaft auf. Interessante Alternative wäre etwa die Spiele unter der Woche zu den Trainingsterminen zu spielen – es wäre wesentlich familienfreundlicher, und die Wochenenden wären frei planbar.

4.2.)     ÖVV

Meine persönlichen Erwartungen an den ÖVV liegen in etwa bei jenen des Landesverbandes. Gerade vom ÖVV sollte man sich Breitensport-fördernde Massnahmen wünschen. Mila Superstar hat doch darüber hinwegtäuschen können, dass es weder in den Schulen genügend Engagement gibt (Ausnahme: Schülerliga), noch im Freizeitbereich eine Unterstützung für Hobbysportler gibt, die sich persönlich verbessern wollen, aber vielleicht nicht gerade in einem Verein (in etwa wie ein Fitnessstudio, das nicht verpflichtet einem Verein beizutreten).

Im Spitzensport würde ich mir wünschen, dass talentierte Nachwuchsspieler regional einmal im Monat zusammengezogen werden, miteinander trainieren, und durch adäquate Trainer in diesen Regionalpools ausserhalb ihres Vereines speziell auf den Spitzensport vorbereitet werden – dadurch könnte trotz schlechterer Nachwuchsarbeit bei den Vereinen, ein Talent eine adäquate Ausbildung erhalten (es könnte immer ein anderer Trainer aus der Region das Training halten – die Spieler hätten den Vergleich, und könnten sich entscheiden, gegebenenfalls zu einem für sie besseren Verein zu wechseln).

5.)                     21 Punkte die am Lehrwartekurs auffielen